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Sonntag, 11. August 2013

Nennt mich Ismael.

Das Schicksal meint es gut mit mir. Zumindest bei Gewinnspielen. Seit ich denken kann, habe ich irre viel Glück bei Gewinnspielen! Einmal - es ging um einen "101 Dalmatiner"-Regenschirm - musste man in auf den Anrufbeantworter der Zeitung bellen, die den Regenschirm verloste. Nur, damit ihr nichts falsches denkt: Das war 1996! Merkwürdigerweise war mir das gar nicht peinlich (nicht soweit ich mich erinnern kann) und mein Bellen wurde als das Beste gekürt. Der Regenschirm war toll und ich frage mich, wo er jetzt ist.

Vor einigen Wochen blätterte ich morgens im Kochen ohne Knochen-Magazin. Ein Magazin, das ich wirklich sehr mag. Mein Auge fiel auf ein neues T-Shirt von Roots of Compassion, das verlost wurde . Ich habe mich in das Shirt sofort ein bisschen verliebt und wollte es unbedingt haben. Also machte ich beim Gewinnspiel mit. 

Und ich habe gewonnen! Ich freu mich irre. Passender könnte das Shirt übrigens nicht sein. Ein Moby Dick-Shirt von einem Veganversand, das auch noch fairtrade ist. Für eine vegane Buchhändlerin, die keine konventionell produzierte Mode mehr kaufen möchte. Perfekt!



Danke, Roots of Compassion! Ich trage es voller Stolz!

Dienstag, 9. Juli 2013

Isn't this a lovely day

Ich bin nun offiziell ausgebildete Buchhändlerin. Einen Tusch bitte! Es ist alles wunderbar glatt gelaufen und mit den Ergebnissen bin ich mehr als zufrieden. Und ein wenig stolz bin ich auch. 
Zur Zeit arbeite ich nur zwei-/dreimal in der Woche in der Buchhandlung, in der ich gelernt habe. Das ist herrlich, besonders Montage sind nun viel weniger angsteinflößend. 

In den letzten Tagen fühlte ich mich irgendwie nicht ganz auf der Höhe. Nichts war geplant, ich war träge, hatte trotz des schönen Wetters auf nichts Lust und blies ein wenig Trübsal; ich fand mich selbst unausstehlich. 
Gestern wurde ich von der Arbeit angerufen, dass ich nicht zu kommen brauche, weil wir gut besetzt sind und ich ohnehin noch einige Überstunden habe. Auf noch so einen Tag wie die letzten paar hatte ich so gar keine Lust. 
Deshalb habe ich mir ein Geschenk gemacht. Einen kleinen Ausflug, der meine Laune wieder herstellen würde.

Zuerst gönnte ich mir einen Besuch bei HÜCO. Ich habe schon oft von diesem Stoffgroßhandel gelesen und wollte unbedingt irgendwann mal hin; nur kam ich irgendwie nie dazu. Außerdem fahre ich ca. eine Stunde hin.

Hinter der ganzen Reihe mit den geöffneten Fenstern findet ihr alle Stoffe, die ihr euch denken könnt.
Von außen unscheinbar...
...von innen das Stoffparadies.

In dem Laden habe ich mein Zeitgefühl komplett verloren. Ganz ehrlich, ich habe keine Ahnung, wie lang ich drin war. Ich war ein bisschen überfordert.
Trotzdem: Ich kann jedem, der gern näht, den Besuch bei HÜCO nur ans Herz legen. Ihr findet hier wirklich alles, und das auch noch zu günstigen/angemessenen Preisen. Trotz des unglaublich großen Angebots ist alles sehr gut aufgeräumt. Die Regale sind beschriftet (z.B. Streifen, Mantelstoffe, Leinen...) So behält man einen super Überblick. 
Einen Tipp, wenn ihr hinfahrt: nur mit Einkaufszettel! Sonst wird man wegen des großen Angebots schnell kopflos. 

Ich habe mich fast an meinen Einkaufszettel gehalten. Ich habe gekauft:



2,5 Meter dunkelgrauen-/blauen Denimstoff und 5 Knöpfe für Madeleine. In den letzten Wochen habe ich angefangen, Schnittmuster zu sammeln (was meinem Konto natürlich überhaupt nicht gut tut.) Ich bin sehr begeistert von einigen unabhängigen amerikanischen Designern. Dieser Rock ging mir einfach nicht mehr aus dem Kopf.



 3 Meter Karostoff und Schrägband. Neben den Schnittmustern der unabhängigen Designer haben es mir vor allem originale Schnittmuster aus den 50er/60ern angetan. Ich könnte mir die Illustrationen ewig anschauen. Die Idee von der Tasche in der Falte und dem kleinen Schleifengürtel finde ich äußerst originell.




Und schließlich: 2 Meter Polyester-Pünktchen-Stoff. Ich schwöre, es fühlt sich nicht wie Polyester an. Ein herrlich weicher, fließender Stoff, fast wie Seide. Und ich musste sofort an die Miette-Bluse  von Tilly denken.
Vor ein paar Wochen verbrachte ich einen faulen Sonntag damit, "The Great Britisch Sewing Bee" zu schauen. Eine britische Sendung, in der der/die beste (Hobby-)SchneiderIn gesucht wird. Die Kandidaten kriegen verschiedenste Aufgaben und der, der's am schlechtesten gemacht hat, fliegt raus. Hier der Link zu Teil 1 auf Youtube. 
Tilly ist eine der Kandidatinnen und hat einen wundervollen Blog. Sie hat auch einige Schnittmuster selbst produziert und bietet sie zum Download auf ihrer Seite an. Unter anderem auch eine umwerfende Bluse. In der Sendung nähte sie eben diese Bluse aus einem wundervollen, gepunkteten Seidenstoff.
Ich hatte eigentlich nicht vor, die Bluse so bald zu nähen, allerdings bekam ich sehr große Lust darauf, als ich den Stoff sah. Nachdem ich das Preisschild (5 Euro/Meter!) gesehen habe, musste der Stoff einfach mit.


Als ich wie aus einer anderen Welt aus der Hüco-Tür trat, fuhr ich zum Veganz und zu Avesu. Seit Weihnachten habe ich einen Gutschein von Avesu und ich habe herausgefunden, dass sie auch eine Linie mit Fairtrade-Turnschuhen führen. Genau die sollten es auch sein. Nur natürlich suche ich mir genau den Tag aus, an dem Avesu wegen Inventur geschlossen hat. 
Zum Glück ist ja das Veganz gleich nebenan. Da kaufte ich noch kurz ein paar Sachen ein und aß schließlich einen Bagel und ein Softeis in der Sonne und freute mich. Waldbeersofteis!




Nun rotieren die Stoffe schon in der Waschmaschine und vielleicht setze ich mich heute direkt noch ein wenig an die Nähmaschine.
Schön war's.

Mittwoch, 5. Juni 2013

Challenge accepted "Buy no shit!"

Wenig war hier in letzter Zeit los. Das hatte viele Gründe: Faulheit, meine Abschlussprüfung, Krankheit... Meine schriftliche Abschlussprüfung habe ich schon erfolgreich und zufriedenstellend bestanden; die mündliche steht noch an. Gesund bin ich auch wieder - faul leider immer noch. Aber ganz fest habe ich mir vorgenommen, mich in nächster Zeit mehr um den Blog zu kümmern.

Themawechsel:
Die Unfälle in den Textilfabriken in Pakistan haben mich ziemlich erschüttert und lange beschäftigt. Vor einigen Tagen stellte ich mir die Frage, warum ich so sehr darauf achte, kein Tierleid zu verursachen, aber trotzdem massenproduzierte Kleidung kaufe (und das regelmäßig). Von der ich ja mit Sicherheit weiß, dass sie Leid verursacht, menschliches. Warum fällt es mir so leicht, das zu verdrängen? Warum bin ich freiwillig Teil dieser Wegwerfgesellschaft, die ich so verabscheue?
Oft habe ich behauptet, es liegt an meinen beschränkten finanziellen Mitteln, aber das ist nicht wahr. Ich bin zu bequem, mir zu überlegen, was eine Alternative zum Kauf sein könnte, zu impulsiv: "Kauf dich glücklich!" 
Und genau das möchte ich nun ändern. 

Bis zum Ende des Jahres 2013, also ein halbes Jahr, werde ich keinerlei Kleidung und keine Accessoires kaufen, bei denen ich den Verdacht habe, dass sie unter menschenunwürdigen Umständen produziert wurden. Nach diesem halben Jahr werde ich entscheiden, wie ich weiter konsumieren möchte. 

Ich besitze zwar genug Kleidung, um jeden Tag angezogen das Haus zu verlassen, aber ganz möchte ich mir die Freude an etwas "neuem" doch nicht versagen. 
Folgendes ist daher erlaubt: 
  • Kleidung selbst produzieren: Ich kann stricken und nähen; das werde ich nutzen und ich freue mich darauf, zu sehen, wie sich meine Fähigkeiten verbessern. Hierzu gibt es noch einen gesonderten Post. 
  • Gebrauchte Kleidung erwerben: Auf Seiten wie Kleiderkreisel, EbayDawanda oder in Secondhandläden darf ich auch weiterhin einkaufen, aber in einem angemessenen Maß. 
  • Fairtrade-zertifiziert kaufen: Es gibt wundervolle Onlineshops und Läden, die moderne Fairtradekleidung anbieten.
 Um mir selbst gegenüber ehrlich zu bleiben, werde ich jedes Kleidungsstück, das ich wie auch immer erwerbe, hier auf meinem Blog präsentieren.

Nun ist es raus. Ich würde mich natürlich irre freuen, wenn andere Blogger sich anschließen würden.
 
Challance accepted.